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In seinen Gedanken und Gefühlen gefangen sein

  • 7. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

„Ich kann es nicht akzeptieren, dass keiner erkennt, wie gut und wichtig meine Projektidee ist. Die verstehen es einfach nicht“.

 

Diesen Satz hörte ich von einem Mitarbeitenden in einem Unternehmen. Ich lernte ihn während eines Workshops im Rahmen eines Changeprozesses kennen. Er konnte die Enttäuschung nicht verkraften, dass seine Projektidee abgelehnt wurde.

 

Er fand das unfair und verhielt sich Monaten sowohl der Führungskraft als auch seinen Kolleg*innen gegenüber aufgebracht und empört.

 

Im Workshop war er gegen alles. Das zeigte sich auch in seiner Körpersprache. Er wirkte wie ein bockiges, großes Kind, das sich unglücklich in eine Ecke manövriert hatte.

 

Er war in seinen Gedanken und Gefühlen gefangen und fand keinen Ausweg.

Wenn wir innerlich festhängen, kann Folgendes passieren: Um unangenehme Gefühle nicht spüren zu müssen, verlagern Menschen sie unbewusst nach außen. Sie machen andere oder das Unternehmen dafür verantwortlich, dass sie sich in dieser schwierigen Situation befinden.

 

Das hilft jedoch weder ihnen selbst noch anderen, selbst wenn sie mit ihrer Einschätzung sogar recht gehabt hätten.

 

Denn Entscheidungen wurden bereits getroffen, die Mitarbeitende nicht rückgängig machen oder weiter beeinflussen können.

 

Aber was kann man tun, wenn man merkt, dass man festhängt und die Gedanken ständig um das Geschehen, das Unrecht, die Enttäuschung und die Zumutung kreisen?

 

Hier hilft das Konzept der radikalen Akzeptanz, das die Psychologin M. Linehan erstmals beschrieb:

 

„Radikale Akzeptanz bedeutet, die Realität vollständig anzunehmen, so wie sie ist, nicht wie wir sie gerne hätten.“

 

Dazu braucht es drei Schritte:


1. Erkenntnis: Ich kann es nicht ändern.

2. Haltung radikaler Akzeptanz: Okay, es ist, wie es ist, auch wenn es für mich kaum auszuhalten ist.

3. Entscheidung: Ich treffe eine bewusste Entscheidung, wie ich mit der Situation umgehe.

 

Im oben beschriebenen Fallbeispiel könnte der Mitarbeiter sich darin üben,

nach einer Bestandsaufnahme zu erkennen:


1. „Alle Personen, denen ich meine Idee vorgestellt habe, bewerten das Potenzial anders als ich.“

2. Radikal zu akzeptieren, dass er mit seiner Projektidee nicht weiterkommt.

3. Statt nun seine Energie weiter in Empörung zu stecken, kann er sich

entscheiden, sich von seiner Idee zu verabschieden, Gefühle wie Trauer und Enttäuschung zuzulassen und seine Energie in eine neue Herausforderung zu stecken.


Nicht so einfach etwas radikal zu akzeptieren, wenn einem die Situation nicht schmeckt, oder? Aber eine sehr kraftvolle Haltung, die einen raus aus der Ohnmacht holt und den Blick wieder nach vorne richten lässt.


Was meinst du? Schon mal ausprobiert?


Dunkle Höhle mit Taschenlampenlicht auf Felswand und kleinem gelbgrünem Durchbruch; keine Personen sichtbar.

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